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Leistungen der Pflegekasse

 

Im Folgenden sollen Ihre Fragen rund um die Leistungen der Pflegekasse beantwortet werden. Eines vorweg: Egal welche Leistung der Pflegekasse Sie beanspruchen möchten, für alle Leistungen ist immer ein entsprechender Antrag Voraussetzung.

Es besteht allerdings nur dann ein Leistungsanspruch, wenn Sie in den letzten 10 Jahren vor der Antragstellung zwei Jahre in die Pflegekasse als Mitglied eingezahlt haben oder familienversichert gewesen sind und damit die sogenannte "Vorversicherungszeit" erfüllen.

Spätestens fünf Wochen, nachdem der Antrag bei der Pflegekasse eingegangen ist, soll dem Antragsteller die Entscheidung über die Pflegeeinstufung mitgeteilt werden. Befindet sich der Antragsteller in einem Krankenhaus oder in einer Rehabilitationseinrichtung und ist zur Sicherstellung der Weiterbetreuung eine Begutachtung bereits in der Einrichtung notwendig, muss sie spätestens eine Woche nach Eingang des Antrages erfolgen.

Die Leistungen der Pflegeversicherung werden ab 2015 in einem dreijährigen Rhythmus dynamisiert. Die Leistungen werden so an die Preisentwicklung angepasst.

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Beratungsangebot

Begutachtung durch den Medizinischen Dienst der Krankenkasse 

(mit Begutachtungsrichtlinien und  Pflegetagebuch als Download)

Die unterschiedlichen Pflegestufen

Eingeschränkte Alltagskompetenz

Die unterschiedlichen Leistungen

 

 

 


 

 

Beratungsangebot

Sie haben gegenüber Ihrer Pflegekasse einen Anspruch auf individuelle Pflegeberatung in Form von sogenanntem „Fall- oder Case-Management“ durch entsprechend qualifizierte Pflegeberatungskräfte. Dabei geht es insbesondere darum, nach Erfassung des Hilfebedarfs einen individuellen Versorgungsplan mit allen im Einzelfall erforderlichen Leistungen in Kooperation mit Leistungsanbietern und Kostenträgern zu erstellen und im weiteren Verlauf ggf. an eine veränderte Bedarfslage anzupassen.

Die Pflegekassen müssen Antragstellern einen Beratungstermin innerhalb von zwei Wochen anbieten. Die Beratung kann auf Wunsch bei Ihnen zu Hause oder in der Kurzzeitpflege bzw. in einer Betreuungseinrichtung durchgeführt werden. Können Pflegekassen diese Leistung nicht selbst erbringen, kann ein Beratungsgutschein ausgestellt werden, der zu Lasten der Pflegekasse bei einer anderen anerkannten Beratungsstelle eingelöst werden kann.

Weitere Informationen zum Beratungsangebot der Pflegekassen erhalten Sie hier...

Ihren persönlichen Pflegeberater/ Ihre Pflegeberaterin nennt Ihnen gerne Ihre Pflegekasse.


Begutachtung durch den Medizinischen Dienst der Krankenkasse (MDK)

Die wesentliche Grundlage für die Entscheidungen der Pflegekasse ist das Gutachten des MDK. Der MDK ist eine unabhängige Gemeinschaftseinrichtung aller gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherungen. Bevor die Pflegekasse also erstmalig über Leistungen entscheidet, erfolgt zunächst eine Begutachtung durch den MDK, der von der Pflegekasse beauftragt wird. Die Begutachtung wird von Ärzten oder Pflegefachkräften bei Ihnen zu Hause oder in der Kurzzeitpflege bzw. der Betreuungseinrichtung durchgeführt. Der Termin wird Ihnen rechtzeitig schriftlich mitgeteilt.

Grundlage der Begutachtung sind die Richtlinien der Spitzenverbände der Pflegekassen zur Begutachtung von Pflegebedürftigkeit nach dem XI. Buch des Sozialgesetzbuches (SGB XI).

Bei der Begutachtung versucht der Gutachter sich ein möglichst genaues Bild über die Situation des Pflegebedürftigen zu machen. Er beurteilt hierbei die notwendigen Hilfen in folgenden Bereichen:

  • Körperpflege
    Waschen, Duschen, Baden, Zahnpflege, Kämmen, Rasieren, die Darm- oder Blasenentleerung
     
  • Ernährung
    mundgerechtes Zubereiten oder Aufnahme der Nahrung
     
  • Mobilität
    selbständiges Aufstehen und Zu-Bett-Gehen, An- und Auskleiden, Gehen, Stehen, Treppen steigen oder das Verlassen und Wiederaufsuchen der Wohnung
     
  • Hauswirtschaftlichen Versorgung
    Einkaufen, Kochen, Reinigen der Wohnung, Spülen, Wechseln und Waschen der Wäsche und Kleidung oder Beheizen der Wohnung

Wenn Sie Ihren Angehörigen zu Hause pflegen, ist es sinnvoll, eine Woche lang vor dem Besuch des MDK – auch wenn es aufwendig erscheint –  ein sogenanntes Pflegetagebuch zu führen, in dem alle Pflegetätigkeiten erfasst werden. Damit kann sich der Gutachter ein möglichst genaues, realistisches Bild von der Pflegesituation machen. Pflegetagebücher erhalten Sie kostenlos von Ihrer Pflegekasse.

Die Dokumentation der Morgentoilette könnte z.B. so aussehen:

Das Gutachten des MDK ist letztlich die Grundlage für die Einstufung in eine Pflegestufe. Darüber hinaus gibt der Gutachter – sofern erforderlich und/ oder beantragt – auch Empfehlungen z.B. zur Anschaffung von Hilfsmitteln.

Sie werden von Ihrer Pflegekasse schriftlich über das Ergebnis der Begutachtung informiert. Sollten Sie mit dem Ergebnis der Begutachtung nicht einverstanden sein, können Sie gegen die Entscheidung der Pflegekasse innerhalb eines Monats Widerspruch einlegen. Sie haben auch die Möglichkeit, sich das Gutachten des MDK zukommen zu lassen. Anhand des Gutachtens können Sie dann genau nachvollziehen, welche Zeitanteile der Gutachter für welche Hilfestellungen angerechnet hat. Sofern sich der Gesundheitszustand verschlechtert, besteht jederzeit die Möglichkeit, eine höhere Pflegestufe zu beantragen.

 


Die unterschiedlichen Pflegestufen/eingeschränkte Alltagskompetenz

Aus den notwendigen Hilfen in den Bereichen Körperpflege, Ernährung, Mobilität und Hauswirtschaftlicher Versorgung ergibt sich schließlich die Pflegestufe. Man unterscheidet dabei die Pflegestufen I, II und III. Diese sind wie folgt definiert:

  • Pflegestufe I (erheblich Pflegebedürftige):

    Täglich mindestens 90 Minuten Pflege, davon mehr als 45 Minuten Grundpflege


    Personen, die bei der Körperpflege, der Ernährung oder der Mobilität (= Grundpflege) für wenigstens zwei Verrichtungen aus einem oder mehreren Bereichen mindestens einmal täglich der Hilfe bedürfen und zusätzlich mehrfach in der Woche Hilfen bei der hauswirtschaftlichen Versorgung benötigen. Der erforderliche zeitliche Hilfebedarf muss im Tagesdurchschnitt mindestens 90 Minuten betragen, hierbei müssen auf die Grundpflege (Köperpflege, Ernährung, Mobilität)  mehr als 45 Minuten entfallen. Liegt der zeitlich Hilfebedarf unter diesen Werten, wird keine Pflegestufe zuerkannt und Leistungen der Pflegekasse nicht gezahlt.

 

 

  • Pflegestufe II (Schwerpflegebedürftige):

    Täglich mindestens 3 Stunden Pflege, davon mindestens 2 Stunden Grundpflege


    Personen, die bei der Körperpflege, der Ernährung oder der Mobilität (= Grundpflege) mindestens dreimal täglich zu verschiedenen Tageszeiten der Hilfe bedürfen und zusätzlich mehrfach in der Woche Hilfen bei der hauswirtschaftlichen Versorgung benötigen. Der erforderliche zeitliche Hilfebedarf muss im Tagesdurchschnitt mindestens drei Stunden betragen, hierbei müssen auf die Grundpflege (Köperpflege, Ernährung, Mobilität) mindestens zwei Stunden entfallen.

     

     

  • Pflegestufe III (Schwerstpflegebedürftige):

    Täglich mindestens 5 Stunden Pflege, davon mindestens 4 Stunden Grundpflege


    Personen, die bei der Körperpflege, der Ernährung oder der Mobilität täglich rund um die Uhr, auch nachts, der Hilfe bedürfen und zusätzlich mehrfach in der Woche Hilfen bei der hauswirtschaftlichen Versorgung benötigen. Der erforderliche zeitliche Hilfebedarf muss im Tagesdurchschnitt mindestens fünf Stunden betragen, hierbei müssen auf die Grundpflege (Köperpflege, Ernährung, Mobilität)  mindestens vier Stunden entfallen

    Ausnahmsweise können die Pflegekassen bei sehr wenigen Pflegebedürftigen, bei denen ein außergewöhnlicher hoher und intensiver Pflegeaufwand erforderlich ist, der das übliche Maß der Pflegestufe III noch weit übersteigt, zur Vermeidung von Härten bei Pflegesachleistungen und stationärer Pflege zusätzliche Leistungen erbringen (im folgenden: Stufe III mit Härte).

Eingeschränkte Alltagskompetenz

Viele Pflegebedürftige haben neben dem Hilfebedarf im Bereich der Grundpflege (Körperpflege, Ernährung, Mobilität) und der hauswirtschaftlichen Versorgung einen erheblichen Bedarf an allgemeiner Beaufsichtigung und Betreuung, der allerdings bei der Ermittlung der Pflegestufe kaum Berücksichtigung findet.

Daher ist inzwischen neben der Einstufung in eine Pflegestufe für die Leistungen der Pflegekasse maßgeblich, ob die Alltagskompetenz eines Pflegebedürftigen eingeschränkt ist. Dies betrifft alle Pflegebedürftigen der Pflegestufen I, II und III, aber auch Pflegebedürftige, die noch nicht die Pflegestufe I erreichen (sogenannte Pflegestufe 0) mit demenzbedingten Fähigkeitsstörungen, mit geistigen Behinderungen oder psychischen Erkrankungen, bei denen ein erheblicher Bedarf an allgemeiner Beaufsichtigung und Betreuung gegeben ist. Ob diese Voraussetzungen erfüllt sind, überprüft der MDK im Rahmen der Begutachtung.


Die unterschiedlichen Leistungen

 

Die Pflegekasse zahlt je nach Pflegesituation die im Folgenden näher erläuterten Leistungen. Die Höhe der Leistungen ist beim Pflegegeld, den Sachleistungen und den Kombinationsleistungen sowie bei der vollstationären Pflege abhängig von der Pflegestufe. Sofern die Pflege zu Hause geleistet wird, ist zunächst zwischen Pflegegeld, Sachleistungen oder Kombinationsleistungen zu wählen. Daneben können zusätzliche Betreuungsleistungen, Leistungen zur Kurzzeitpflege, Leistungen zur Verhinderungspflege und die Übernahme von Rentenversicherungsbeiträgen (für die Pflegeperson) in Anspruch genommen werden.

 


 

Pflegegeld

Wird die erforderliche Pflege z.B. durch Angehörige geleistet, wird Pflegegeld gezahlt. Pflegegeld ist grundsätzlich steuerfrei.

Monatliche Leistung:
Stufe I:          244 €
Stufe II:         458 €
Stufe III:        728 €

Sofern Pflegegeld in Anspruch genommen wird, besteht die Verpflichtung bei Pflegestufe I und II mindestens einmal halbjährlich, sowie bei Pflegestufe III mindestens einmal vierteljährlich ein Beratungsgespräch in Anspruch zu nehmen.

 

 

Menschen mit eingeschränkter Alltagskomepenz (z.B. Demenzkranke) erhalten jetzt auch ohne Einstufung in eine Pflegestufe

Monatliche Leistung bei eingeschränkter Alltags-kompetenz    
Stufe 0:         123 €
Stufe I:          316 €
Stufe II:         545 €
Stufe III:        728 €

(sogenannte Pflegestufe "0") ein Pflegegeld. Darüber hinaus sind die Leistungen in den Pflegestufen I und II für diesen
Personenkreis höher. Pflegegeld wird ggf. neben zusätzlichen Betreuungsleistungen nach § 45 b SGB XI gezahlt.

  

 

 


Sachleistungen

Monatliche Leistung:
Stufe I:         468 €
Stufe II:     1.144 €
Stufe III:    1.612 €
Stufe III
mit Härte:  1.995 €

Wird die Pflege ganz oder teilweise von einem ambulanten Pflegedienst übernommen, können die so genannten Sachleistungen in
Anspruch genommen werden.

Vorraussetzung für die Gewährung von Sachleistungen ist, dass der Pflegedienst einen Versorgungsvertrag mit den Pflegekassen geschlossen hat.

 

Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz (z. B. Demenzkranke) erhalten jetzt auch ohne Einstufung in eine Pflegestufe
Monatliche Leistung bei eingeschränkter Alltags-kompetenz     
Stufe 0:            231 €
Stufe I:             689 €
Stufe II:         1.298 €
Stufe III:        1.612 €
Stufe III  mit Härte: 
                      1.995 €
(sogenannte Pflegestufe "0" ) Sachleistungen. Darüber hinaus sind die Leistungen in den Pflegestufen I und II höher.
Pflegesachleistungen werden ggf. neben zusätzlichen Betreuungsleistungen nch § 45 b SGB XI  gezahlt.

 

 

 

 

 

 


Kombinationsleistungen

Sachleistungen werden nicht voll ausgeschöpft: Es wird noch ein anteiliges Pflegegeld gezahlt.

Wird die Pflege teilweise von einem ambulanten Pflegedienst übernommen, die Sachleistungsbeträge aber nicht voll ausgeschöpft, kann noch ein anteiliges Pflegegeld gezahlt werden. Das anteilige Pflegegeld entspricht dem Prozentanteil der nicht in Anspruch genommenen Sachleistungen. Es wird also eine Kombination aus Sachleistungen und Pflegegeld gewährt.

Beispiel:
Der Pflegedienst kommt einmal in der Woche, um den Pflegebedürftigen zu baden. Ein Einsatz des Pflegedienstes kostet einschließlich der Anfahrtspauschale 23,50 € - im Monat entstehen also Kosten von 94,00 €. Diese Kosten übernimmt die Pflegekasse als Sachleistung. Da der zustehende Höchstbetrag von 689,00 € nicht ausgeschöpft wurde, besteht Anspruch auf ein anteiliges Pflegegeld, das sich wie folgt berechnet:
Prozentual in Anspruch genommene Sachleistung: 94,00 € von 689,00 € = 13,64%
Prozentualer Anspruch Pflegegeld: 100 % - 13,64 % = 86,46 %
86,46 % von 316,00 € (Höchstbetrag Pflegegeld Stufe I für Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz) = 273,21 € anteiliges Pflegegeld
Es werden also Sachleistungen i.H.v. 94,00 € und ein anteiliges Pflegegeld von 273,21 € - insgesamt also 367,21 € - an Kombinationsleistungen gezahlt.

 


Leistungsanspruch bei Tagespflege

Leistungen der Tagespflege können ab 01.01.2015 neben der ambulanten Pflegesachleistung/ dem Pflegegeld in vollem Umfang in Anspruch genommen werden.

Leistungen der Tagespflege können ab 01.01.2015 neben der ambulanten Pflegesachleistung/dem Pflegegeld in vollem Umfang in Anspruch genommen werden.

 

 


Zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen

Monatliche Leistung:
104 € (Grundbetrag) bzw. 208 € (erhöhter Betrag) je nach Feststellung des Umfanges der Einschränkungen der Alltagskompetenz nach MDK-Gutachten - auch ohne Pflegeeinstufung.

Zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen können ambulant versorgte Pflegebedürftige erhalten, bei denen neben dem Hilfebedarf im Bereich der Grundpflege (Körperpflege, Ernährung, Mobilität) und der hauswirtschaftlichen Versorgung ein erheblicher Bedarf an allgemeiner Beaufsichtigung und Betreuung gegeben ist. Dies sind Pflegebedürftige der Pflegestufen I, II oder III, aber auch Pflegebedürftige, die noch nicht die Pflegestufe I erreichen (sogenannte Pflegestufe 0) mit demenzbedingten Fähigkeitsstörungen, mit geistigen Behinderungen oder psychischen Erkrankungen, bei denen der MDK im Rahmen der Begutachtung eine dauerhafte, erhebliche Einschränkung der Alltagskompetenz festgestellt hat.

 

 

Die zusätzlichen Betreuungs- und Entlastungsleistungen i. H. v. 104,00 €  bzw. 208,00 € € monatlich sind zweckgebunden einzusetzen für qualitätsgesicherte Betreuungs- und Entlastungsangebote. D.h. die Pflegekassen erstatten Aufwendungen

  • der Tagespflege,
  • der Kurzzeitpflege,
  • der ambulanten Pflegedienste, sofern es sich um besondere Angebote der allgemeinen Anleitung und Betreuung und nicht um Leistungen der Grundpflege und hauswirtschaftlichen Versorgung handelt (die Pflegedienste werden Sie hierzu gerne beraten),
  • der nach Landesrecht anerkannten niedrigschwelligen Betreuungs- und Entlastungsangebote (Auskünfte erteilen auch die Pflegeberatungsstellen der Kommunen oder die Pflegekassen). 

    Pflegebedürftige der Pflegestufen I,II und III haben - auch ohne Einschränkung der Alltagskompetenz - Anspruch auf zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen in Höhe des Grundbetrages von 104 €/Monat.

 

 

Ab dem 01.01.2015 können Pflegebedürftige der Pflegestufen I, II und III ohne Einschränkung der Alltagskompetenz Betreuungs- und Entlastungsleistungen in Höhe des Grundbetrages von 104,00 € in Anspruch nehmen.

 

 

Der nicht für ambulante Sachleistungen genutzte Betrag - maximal aber 40 Prozent des hierfür vorgesehenen Betrages - kann für niedrigschwellige Betreuungs- und Entlastungsangebote verwendet werden.

 

Der nicht für ambulante Sachleistungen genutzte Betrag - maximal aber 40 Prozent des hierfür vorgesehenen Betrages - kann für niedrigschwellige Betreuungs- und Entlastungsangebote verwendet werden.

  

 

 


 

Kurzzeitpflege

max. 1.612 €/ Jahr für max. 28 Tage/ Jahr bei  vorübergehender Pflege in einer stationären Einrichtung,

 

Kann die Pflege zeitweise zu Hause nicht oder nicht im erforderlichen Umfang sichergestellt werden, kann die vorübergehende Pflege in einer stationären Einrichtung erforderlich werden. Das gilt z.B. für eine Übergangszeit im Anschluss an eine Krankenhausbehandlung.

Die Pflegekasse übernimmt für maximal 28 Tage im Jahr die pflegebedingten Aufwendungen bis zu einem Gesamtbetrag von bis zu 1.612,00 € im Kalenderjahr.

Der im Kalenderjahr noch nicht verbrauchte Betrag für Verhinderungspflege kann auch für Leistungen der Kurzzeitpflege eingesetzt werden. Dadurch kann der Leistungsbetrag der Kurzzeitpflege maximal verdoppelt werden.

Der im Kalenderjahr noch nicht verbrauchte Betrag für Verhinderungspflege kann auch für Leistungen der Kurzzeitpflege eingesetzt werden.
Dadurch kann der Leistungsbetrag er Kurzzeitpflege maximal verdoppelt werden.

 

 
 
 
 
Die Dauer der Kurzzeitpflege kann von 4 auf bis zu 8 Wochen ausgeweitet werden. Der für die Kurzzeitpflege in Anspruch genommene Erhöhungsbetrag wird auf den Leistungsbetrag für eine Verhinderungspflege angerechnet.
Die Dauer der Kurzzeitpflege kann von 4 auf bis zu 8 Wochen ausgeweitet werden. Der für die Kurzzeitpflegein Anspruch genommene Erhöhungsbetrag wird auf den Leistungsbetrag für eine Verhinderungspflege angerechnet.

 

 

 


 

 

Verhinderungspflege

max. 1.612 €/ Jahr für max.6 Wochen/Jahr bei  Verhinderung der Pflegeperson, die bereits 6 Monate gepflegt hat,

 

Wenn der Pflegende ausfällt, wegen Erholungsurlaubs, Krankheit oder aus anderen Gründen an der Pflege gehindert ist, übernimmt die Pflegekasse die Kosten für einen Ersatz im Rahmen der Verhinderungspflege für max. 6 Wochen pro Kalenderjahr. Voraussetzung ist, dass die Pflegeperson den Pflegebedürftigen vor der erstmaligen Verhinderung mindestens 6 Monate in seiner häuslichen Umgebung gepflegt hat. Anspruchsberechtigt sind jetzt auch Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz (z.B. Demenzkranke), die nicht in eine Pflegestufe eingestuft sind.

 50 % des Leistungsbetrages für Kurzzeitpflege kann zusätzlich für Verhinderungspflege ausgegeben werden, Verhinderungspflege kann dadurch auf maximal 150 % des bisherigen Betrages ausgeweitet werden. Der Erhöhungsbetrag für Verhinderungspflege wird auf den Leistungsbetrag für eine Kurzzeitpflege angerechnet.

50 % des Leistungsbetrages für Kurzzeitpflege kann zusätzlich für Verhinderungspflege ausgegeben werden. Verhinderungspflege
kann dadurch auf maximal 150 % des bisherigen Betrages ausgeweitet werden. Der Erhöhungsbetrag für Verhinderungspflege wird auf den Leistungsbetrag für eine Kurzzeitpflege angerechnet.

 

 

 
 

 

Bei Ersatzpflege durch nahe Angehörige wird die Verhinderungspflege auf bis zu 6 Wochen im Kalenderjahr ausgedehnt. Die Aufwendungen sind grundsätzlich auf den 1,5fachen Betrag des Pflegegeldes der festgestellten Pflegestufe beschränkt.

Bei Ersatzpflege durch nahe Angehörige wird die Verhinderungspflege auf bis zu 6 Wochen im Kalenderjahr ausgedehnt.
 Die Aufwendungen sind grundsätzlich auf den 1,5fachen Betrag des Pflegegeldes der festgestellten Pflegestufe beschränkt.

 

 

 

Der Leistungsbetrag für Verhinderungspflege kann unterschiedlich eingesetzt werden

  • für die Betreuung durch eine private Pflegeperson (z.B. durch einen Nachbarn): die Pflegekasse übernimmt dann Aufwendungen im Rahmen eines angemessenen Vergütungssatzes. Dies sollten Sie unbedingt im Vorfeld mit Ihrer Pflegekasse klären.
     
  • für die Betreuung durch einen ambulanten Pflegedienst: die Pflegekasse kann dann neben den Kosten für Pflegeeinsätze auch Aufwendungen für stundenweise Betreuung übernehmen.
     
  • für die Betreuung in einer Tagespflege: Die Pflegekassse übernimmt dann die pflegebedingten Kosten bis zum o.g. Höchstbetrag.
     
  • für den vorübergehenden Aufenthalt in einer Kurzzeitpflegeeinrichtung: Die Pflegekasse übernimmt dann die dort anfallenden pflegebedingten Aufwendungen bis zum o.g. Höchstbetrag. Diese Leistung kann ggf. auch im Anschluss an die Inanspruchnahme von Kurzzeitpflegeleistungen (siehe oben) in Anspruch genommen werden.

 


Soziale Sicherung für Pflegepersonen

Anspruchsberechtigt ist, wer einen Pflegebedürftigen zu Hause mindestens 14 Stunden pro Woche nicht erwerbsmäßig pflegt. Der Pflegeaufwand kann auch durch die Pflege von mehreren Pflegebedürftigen erreicht werden.

Rentenversicherung

Unter bestimmten Voraussetzungen besteht die Möglichkeit, dass die Pflegekasse des Pflegebedürftigen für die Person, die die Pflege durchführt, Beiträge in die Rentenversicherung einzahlt.

Die Übernahme der Rentenversicherungsbeiträge durch die Pflegeversicherung ist ein komplexes Thema, das sich an dieser Stelle nicht abschließend darstellen lässt. Es können lediglich die wesentlichen Anspruchsgrundlagen und Ausschlussgründe genannt werden. Sofern dieses Thema für Sie relevant sein könnte, ist ein Beratungsgespräch mit der Pflegekasse  unerlässlich. Wie bei allen Leistungen der Pflegeversicherung ist ein entsprechender Antrag bei der Pflegekasse Voraussetzung für die Übernahme von Rentenversicherungsbeiträgen durch die Pflegekasse.

Grundsätzlich anspruchsberechtigt sind Personen, die

  • einen Pflegebedürftigen (= Vorliegen einer Pflegestufe I, II oder III)
  • nicht erwerbsmäßig (= von dem Pflegebedürftigen wird nicht mehr als das Pflegegeld als finanzielle Anerkennung für die Pflege gezahlt)
  • wenigstens 14 Stunden wöchentlich (= Grundlage ist das MDK-Gutachten, es werden Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung berücksichtigt)
  • in häuslicher Umgebung (= im Haushalt des Pflegebedürftigen)

pflegen. Rentenbeiträge werden nur gezahlt, solange diese Vorraussetzungen erfüllt sind. Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung werden auch während des Urlaubs einer Pflegeperson entrichtet. Damit erhöht sich der Rentenanspruch.

Im Übrigen ist die Übernahme von Rentenbeiträgen unter gewissen Umständen von vornherein ausgeschlossen. Dazu gehören insbesondere:

  • die Pflegeperson übt neben der Pflegetätigkeit eine anderweitige Beschäftigung oder selbstständige Tätigkeit von durchschnittlich mehr als 30 Stunden in der Woche aus,
  • die Pflegeperson bezieht bereits eine Vollrente wegen Alters (z.B. Regelaltersrente, Altersrente für Frauen) bzw. hat das 65. Lebensjahr bereits vollendet.

 

Unfallversicherung

Unter den gleichen Voraussetzungen, unter denen Pflegepersonen in die Rentenversicherung einbezogen werden, erfolgt - für die Pflegeperson beitragsfrei - eine Aufnahme in die gesetzliche Unfallversicherung. Allerdings spielt es hier keine Rolle, ob die Pflegeperson noch eine zusätzliche Beschäftigung von mehr als 30 Stunden wöchentlich ausführt. Der Versicherungsschutz gilt für alle Unfälle, die im Zusammenhang mit der Pflegetätigkeit stehen - sowohl in der Wohnung als auch außerhalb, wie z.B. beim Einkaufen. Im Versicherungsfall ist es wichtig, den Hausarzt sofort darüber zu unterrichten, dass die Verletzung/der Unfall im Rahmen der Pflegetätigkeit aufgetreten ist. Der Hausarzt wird dies dann unverzüglich der Unfallkasse Nordrhein-Westfalen melden.

 

Soziale Absicherung in der Pflegezeit nach dem Pflegezeitgesetz (PflegeZG)

Auch in der Pflegezeit nach dem Pfegezeitgesetz bleibt der Kranken- und Pflegeversicherungsschutz in der Regel erhalten, da während dieser Zeit regelmäßig eine Familienversicherung besteht. Sollte dies ausnahmsweise nicht der Fall sein, gewährt die Pflegeversicherung auf Antrag Beitragszuschüsse zu einer freiwilligen Versicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung sowie in der sozialen Pflegeversicherung. Darüber hinaus sind Sie in der Pflegezeit rentenversichert, wenn Sie Ihren Angehörigen mindestens 14 Stunden in deer Woche pflegen. Auch die Arbeitslosenversicherung besteht weiter fort. Die Beiträge werden von der Pflegekasse übernommen.


 

 

Vollstationäre Pflege

Monatliche Leistung:
Stufe I:      1.064€
Stufe II:     1.330 €
Stufe III:    1.612€
Stufe III
mit Härte:  1.995€

 

Manchmal gibt es Situationen, in denen die Versorgung eines pflegebedürftigen Menschen zu Hause dauerhaft nicht mehr sichergestellt werden kann. Dann ist der Umzug in eine vollstationäre Einrichtung, also ein Pflegeheim, oft die letzte Möglichkeit. Auch hier hängt die Höhe der Leistung der Pflegekasse von der Pflegestufe ab.

Solange Leistungen der vollstationären Pflege bezogen werden, bestehen keine Ansprüche auf andere Leistungen der Pflegeversicherung (z.B. zusätzliche Betreuungsleistungen, Übernahme der Rentenversicherungsbeiträge etc.).