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Tagespflege

 

Im folgenden sollen Ihnen die folgenden Fragen beantwortet werden:

Was ist Tagespflege?

Wann ist Tagespflege sinnvoll?

Welche Leistungen bietet die Tagespflege?

Welche Kosten entstehen und wie können diese finanziert werden?

Welche Tagespflegeeinrichtungen gibt es im Kreis Gütersloh?

Ein Tag in der Tagespflege!

Sind noch Fragen offen?


 

 

Was ist Tagespflege?

Die Tagespflege stellt eine Ergänzung der häuslichen Pflege dar. Die speziellen Einrichtungen im Kreis Gütersloh bieten pflegebedürftigen, älteren Menschen tagsüber Betreuung und pflegerische Hilfen. Dadurch bleibt die eigene Wohnung erhalten,  gleichzeitig kann eine stationäre Heimaufnahme vermieden, hinausgezögert oder abgekürzt werden.

Die Tagespflege dient auch der Entlastung der pflegenden Angehörigen.

 


 

Wann ist Tagespflege sinnvoll?

Tagespflege ist sinnvoll

  • für hilfe- und pflegebedürftige Menschen,
  • je nach Einrichtungskonzept für Pflegebedürftige aller Pflegestufen,
  • in Ergänzung zur häuslichen Versorgung,
  • zur Entlastung der pflegenden Angehörigen, 
  • um den pflegenden Angehörigen eine Erwerbstätigkeit zu ermöglichen.

 


 

Welche Leistungen bietet die Tagespflege?

Das Leben in der Tagespflege orientiert sich an den Strukturen des normalen Alltagslebens. Alle Besucher sollen je nach ihren Möglichkeiten die Gelegenheit haben, sich an den Aktivitäten des täglichen Lebens zu beteiligen. So können die noch vorhanden Fähigkeiten erhalten werden, der Tagesablauf bekommt einen Sinn und die Besucher gewinnen an Zufriedenheit und Lebensqualität.

Hier als Beispiel einige Leistungen, die die Besucher in der Tagespflege erwarten können:

  • Von Tagespflege zu Tagespflege unterschiedlich, finden Sie jedoch immer ansprechende und angenehme Räumlichkeiten, in denen man sich wohlfühlt.
  • Es werden in der Regel drei Mahlzeiten einschließlich Getränke angeboten. Auch kleine Snacks für zwischendurch sind kostenfrei. Besondere Schon- oder Diätkost ist möglich. 
  • Alle Tagespflegen verfügen über einen Fahrdienst, der die Besucher auf Wunsch von zu Hause abholt und zurückbringt. 
  • Neben grundpflegerischen Leistungen wie der Hilfestellung bei der Körperpflege, Handreichungen beim Essen, wird Unterstützung bei allen anderen Dingen gegeben, die allein schwer fallen.
  • Die Mitarbeiter sorgen dafür, dass alle notwendigen medizinischen Leistungen (Medikamentengabe, Blutdruck- und Blutzuckermessung, Verbandwechsel) durchgeführt werden, die der Arzt verordnet hat. 
  • Viele Tagespflegen organisieren ggf. Besuche beim Arzt, Friseur, Fußpflege etc. und begleiten dorthin. 
  • Während des Tages können die Besucher an vielen Aktivitäten teilnehmen z. B. an Schulungen für das Gedächtnis, an Gymnastik- und Bewegungsrunden, an Spaziergängen und Ausflügen, an geselligen Zusammenkünften mit Spiel, Spaß, Gesang und Tanz. 
  • In einigen Tagespflegeeinrichtungen wird selbst gekocht und wer Lust hat, kann hier tatkräftig mitwirken. Hier kann sich jeder das für ihn passende Angebot heraussuchen.

 


 

Welche Kosten entstehen und wie können diese finanziert werden?

Die Tagespflegeeinrichtungen verhandeln die Pflegesätze für ihre Einrichtung mit den Pflegekassen und den Sozialhilfeträgern. Der Pflegesatz pro Tag setzt sich zusammen aus dem Pflegeaufwand je nach Pflegestufe, den Kosten für Unterkunft und Verpflegung, den Fahrtkosten und den Investitionskosten. In dem Pflegesatz ist eine Ausbildungsplatzumlage enthalten, die jährlich angepasst wird. Die Ausbildungsplatzumlage beträgt für Einrichtungen in NRW z.Zt. 1,83 € pro Berechnungstag.

Nähere Auskünfte zu den Leistungen der Tagespflegen im Kreis Gütersloh sowie zur Preisgestaltung erhalten Sie auf diesen Seiten (hier...)

Finanzierung:

Die Pflegekasse zahlt zu dem Pflegeaufwand die Sachleistungspauschale. Leistungen der Tagespflege können ab 01.01.2015 neben der ambulanten Pflegesachleistung/dem Pflegegeld in vollem Umfang in Anspruch genommen werden. Nähere Informationen zu den Leistungen der Pflegekasse finden Sie hier...

Für Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz (z.B. bei Demenz, geistigen Behinderungen und psychischen Krankheiten) stellt die Pflegekasse unabhängig von dem Vorliegen einer Pflegestufe - je nach Umfang der Einschränkungen nach MDK-Gutachten - einen Grundbetrag in Höhe von monatlich 104 € bzw. einen erhöhten Betrag von monatlich 208 € zur Verfügung. Der Betrag wird nicht ausgezahlt, er dient vielmehr der Finanzierung von zusätzlichen Betreuungsleistungen, die z.B.  i. R. der Tagespflege erbracht werden (nähere Infos finden Sie hier....).

Sofern der Betroffene gesetzlich pflegeversichert und in eine Pflegestufe (I, II oder III) eingestuft ist, können die Investitionskosten von der Einrichtung i.d.R. im Rahmen der Investitionskostenförderung nach dem Alten- und Pflegegesetz Nordrhein-Westfalen (APG NRW) geltend gemacht werden. Die Investitionsaufwendungen dürfen dem Betroffenen dann nicht mehr in Rechnung gestellt werden.

Der nach Abzug der Sachleistungen verbleibenden Pflegeaufwand einschließlich der Fahrtkosten sowie die Kosten für Unterkunft und Verpflegung (in voller Höhe) und die Fahrtkosten sind vom Pflegebedürftigen selbst zu zahlen. Kann er für diese Kosten nicht selbst aufkommen, kann ergänzend Sozialhilfe beantragt werden (nähere Infos dazu finden Sie hier...).

Ggf. kommt auch eine Finanzierung der Leistungen im Rahmen der Verhinderungspflege (nähere Infos dazu finden Sie hier...) in Betracht.

 


 

Welche Tagespflegeeinrichtungen gibt es im Kreis Gütersloh?

Im Kreis Gütersloh gibt es 21 Tagespflegeeinrichtungen, die einen Versorgungsvertrag mit den Pflegekassen haben.

Folgende Rubriken stehen Ihnen an dieser Stelle zur Verfügung:

Suche nach Ortschaften

Suche nach Leistungen

Gesamtliste

Preise

Freie Plätze

 


Ein Tag in der Tagespflege!

Sie können sich jetzt immer noch nicht richtig vorstellen, was in einer Tagespflege so passiert? Dann stellen wir Ihnen an dieser Stelle gerne Frau Schmitt vor:

Frau Schmitt, 70 Jahre alt, lebt seit einem Jahr bei ihrem Sohn und dessen Familie in Halle. Zuvor hat sie über 30 Jahre in Gütersloh gewohnt. Ihr Ehemann ist vor nunmehr 10 Jahren verstorben. Unter diesem Verlust leidet sie heute noch sehr. Vor einem Jahr musste sie wegen eines Oberschenkelhalsbruches stationär behandelt werden. Im Krankenhaus wurden Orientierungsschwierigkeiten sowie Defizite im Kurzzeitgedächtnis bemerkt. Aufgrund ihrer Gangunsicherheit infolge des Sturzes und eines insulinpflichtigen Diabetes zog Frau Schmitt nach dem Krankenhausaufenthalt zu ihrem Sohn, da eine eigenständige Lebensführung nicht mehr möglich schien. Die neue Wohnsituation gestaltete sich für alle Beteiligten ungewohnt und schwierig. Frau Schmitt, die die letzten 10 Jahre allein gelebt hatte, fühlte sich bevormundet, reagierte auf das Bemühen der Familie häufig mit Ablehnung und Gereiztheit. Insbesondere das Messen des Blutzuckers und die notwendige Insulinspritze sowie die Körperpflege wurden von ihr oftmals nicht zugelassen.

Über einen Kurzzeitpflegeaufenthalt während des Urlaubs der Angehörigen lernte Frau Schmitt die Tagespflegeeinrichtung kennen. Diese besucht sie nun seit einem halben Jahr an fünf Tagen in der Woche. Die Blutzuckermessungen und die Insulingaben erfolgen größtenteils dort, dadurch wurde die Situation Zuhause bereits deutlich entspannt. In den Gesprächen mit der Familie erfuhren die Mitarbeiter, dass Frau Schmitt immer eine sehr eigenständige Persönlichkeit gewesen ist. Sie war für die Organisation des Haushaltes und die Kindererziehung zuständig, pflegte die Beziehungen zu Verwandten und Nachbarn. Ihr Sohn beschreibt sie als umsorgende und liebevolle Mutter.

In der Tagespflege hält sich Frau Schmitt überwiegend in der Küche auf. Sie schält Kartoffeln, putzt Gemüse und überlegt mit den anderen Damen, was man denn nächste Woche so kochen könne und was dafür eingekauft werden muss. Bei all diesen Tätigkeiten hält man mit den anderen „Hausfrauen“ natürlich gern mal ein Schwätzchen und redet über „Gott und die Welt.“ Bei Tisch kümmert sie sich fürsorglich um eine andere Besucherin. Sie ist immer mitten im Geschehen und liebt es, nach getaner „Arbeit“ mit den anderen auch mal raus zu fahren, zum Spaziergang, ins Café oder auf den Wochenmarkt. Und dass man vor solchen Ausflügen natürlich duscht und sich in „Schale schmeißt“, ist ja selbstverständlich.

Da Frau Schmitt den ganzen Tag über aktiv ist, fährt sie nachmittags zufrieden und oft auch müde nach Hause und kann es jetzt auch schon mal genießen, dass man sich abends um sie kümmert.

 


Sind noch Fragen offen?

Dann wenden Sie sich an die Pflegeberatungsstelle in ihrer Stadt oder Gemeinde.

Nähere Infos finden Sie hier...